Die Sanden-Danner-Schulz-Methode zur KFZ-Wertminderungsberechnung

Einleitung
Überblick über die Sanden-Danner-Schulz-Methode

Die Methode nach Sanden, Danner und Schulz ist eine praxisnahe Berechnungsgrundlage zur Bestimmung der merkantilen Wertminderung nach einem Unfallschaden. Sie berücksichtigt mehrere Faktoren – darunter Reparaturkosten, Fahrzeugalter, Laufleistung und eine Marktanalyse – und ist daher marktbezogener als rein pauschale Formeln.

Historischer Kontext und Entwicklung

Die Methode gewann in den 1980er-Jahren an Bekanntheit und wurde von den Sachverständigen Sanden, Danner und Schulz kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die Integration realer Marktpreise ist sie inzwischen in vielen Kfz-Gutachten Standard und wird von Gerichten und Versicherungen oft anerkannt, sofern das Fahrzeug eine normale Marktgängigkeit besitzt (keine Exoten, keine Oldtimer).

Detaillierte Erklärung des Rechenprozesses
  1. Reparaturquote berechnen:

    Reparaturquote = Reparaturkosten / Wiederbeschaffungswert

  2. Basisprozentsatz basierend auf der Reparaturquote bestimmen:
    • < 10%: 12%
    • 10-20%: 15%
    • 20-30%: 18%
    • 30-50%: 25%
    • > 50%: 30%
  3. Marktfaktor basierend auf dem Fahrzeugalter bestimmen:
    • 0-2 Jahre: 1,2
    • 3-5 Jahre: 1,0
    • 6-10 Jahre: 0,9
    • > 10 Jahre: 0,8
  4. Basiswertminderung berechnen:

    Basiswertminderung = Basisprozentsatz × Reparaturkosten

  5. Endgültige Wertminderung:

    Wertminderung = Basiswertminderung × Marktfaktor

Beispielrechnung
  • Wiederbeschaffungswert: 25.000 €
  • Reparaturkosten: 5.000 €
  • Fahrzeugalter: 2 Jahre
  1. Reparaturquote: 5.000 € / 25.000 € = 0,2 (20%)
  2. Basisprozentsatz bei 20% Reparaturquote: 15%
  3. Marktfaktor bei 2 Jahren: 1,2
  4. Basiswertminderung: 5.000 € × 0,15 = 750 €
  5. Wertminderung: 750 € × 1,2 = 900 €

Endergebnis: 900 €

Vorteile und Grenzen der Methode

Vorteile

  • Berücksichtigt den Marktwert und reale Nachfrage.
  • Differenzierter als reine Pauschalansätze (z. B. Faustformel).
  • Häufig gerichtsfest und von Versicherern anerkannt.

Grenzen

  • Erfordert ausreichende Marktkenntnisse und Vergleichsdaten.
  • Bei Exoten oder Oldtimern weniger geeignet, da der Markt dort spezieller ist.
Wann sollte man diese Methode einsetzen?
  • Bei Fahrzeugen bis ca. 5–7 Jahre und normaler Marktgängigkeit.
  • Wenn man eine marktnahe Einschätzung bevorzugt.
FAQ zur Methode