Die Marktrelevanz- und Faktorenmethode (MFM) zur KFZ-Wertminderungsberechnung

Einleitung
Überblick über die MFM

Die MFM ist eine moderne Methode, die stark auf aktuelle Marktdaten setzt, um die merkantile Wertminderung möglichst realitätsnah abzubilden. Sie ist in vielen Versicherungsgutachten beliebt, weil sie tatsächliche Marktpreise berücksichtigt.

Historischer Kontext und Entwicklung

Helmut Zeisberger stellte sie 2012 im Kirschbaum Verlag detailliert vor. Ziel war es, statistische Marktkenntnisse besser einzubinden als bei älteren Formeln (z. B. Ruhkopf/Sahm, Bremer Formel). Daher bietet MFM in vielen Fällen ein genaueres Bild des Wertverlusts.

Detaillierte Erklärung des Rechenprozesses
  1. Ermittlung einer Basisminderung: Die Basiswertminderung wird als Minimum aus zwei Werten berechnet:
    • 10% des Wiederbeschaffungswerts
    • 15% der Reparaturkosten
  2. Marktanalyse: Es werden Faktoren basierend auf dem Fahrzeugalter angewendet:
    • 0-2 Jahre: Faktor 1,2
    • 3-5 Jahre: Faktor 1,0
    • 6-10 Jahre: Faktor 0,9
    • über 10 Jahre: Faktor 0,8
  3. Faktorenmultiplikation:

    Wertminderung = (Basis-Wertminderung) × (Marktfaktor)

Beispielrechnung
  • Wiederbeschaffungswert: 25.000 €
  • Reparaturkosten: 5.000 €
  • Fahrzeugalter: 2 Jahre

Berechnung:

  • Basis-Wertminderung = Minimum aus (10% des WBW = 2.500 €) und (15% der Reparaturkosten = 750 €) ⇒ 750 €
  • Marktfaktor für ein 2 Jahre altes Fahrzeug = 1,2

750 € × 1,2 = 900 €

Endergebnis: 900 €

Vorteile und Grenzen der Methode

Vorteile

  • Marktverhältnisse und Käuferakzeptanz fließen ein.
  • Präziser als klassische Tabellenverfahren.
  • Versicherungen und Gerichte erkennen sie zunehmend an.

Grenzen

  • Erfordert aktuelle und valide Marktdaten, was aufwendig sein kann.
  • Aufwendiger als schnelle Pauschalansätze (Bremer, Faustformel).
Wann sollte man diese Methode einsetzen?
  • Wenn ein hoher Marktwert vorliegt oder wenn sehr präzise Werte benötigt werden.
  • Für modernere Fahrzeuge, bei denen Kaufinteressenten empfindlich auf Unfallschäden reagieren können.
FAQ zur Methode