Die Faustformel zur KFZ-Wertminderungsberechnung

Einleitung
Überblick über die Faustformel

Die Faustformel ist eine sehr einfache Methode, um die merkantile Wertminderung „grob" zu schätzen. Sie bedient sich fester Prozentsätze in Abhängigkeit vom Fahrzeugalter, basierend auf Erfahrungswerten – ohne Berücksichtigung von Markt- oder Fahrzeugdetails.

Historischer Kontext und Entwicklung

Diese Methode entstand, um eine schnelle Überschlagsrechnung zu ermöglichen, wenn kaum Daten vorhanden sind. Inzwischen gelten modernere Ansätze (z. B. Sanden/Danner/Schulz) oft als exakter, doch die Faustformel kann für eine erste Orientierung dienen.

Detaillierte Erklärung des Rechenprozesses

Je nach Fahrzeugalter staffeln sich Prozentsätze der Reparaturkosten:

Prozentsätze nach Fahrzeugalter:

FahrzeugalterProzentsatz
0–1 Jahr25 %
1–3 Jahre20 %
3–5 Jahre15 %
5–10 Jahre10 %
über 10 Jahre0 %

Wertminderung = Reparaturkosten × Prozentsatz

(In der Praxis gibt es unterschiedliche Varianten.)

Beispielrechnung
  • Fahrzeugalter: 2 Jahre → 20 %
  • Reparaturkosten: 5.000 €

5.000 × 0,20 = 1.000 €

Endergebnis: 1.000 €

Vorteile und Grenzen der Methode

Vorteile

  • Sehr einfach und schnell anwendbar.
  • Keine zusätzlichen Daten (Marktwerte) nötig.
  • Für eine grobe Vorabschätzung geeignet.

Grenzen

  • Unpräzise, da keine individuellen Faktoren berücksichtigt werden.
  • Nicht gerichtlich belastbar, wenn es um exakte Gutachten geht.
  • Für teure Fahrzeuge oder Oldtimer fast immer ungeeignet.
Wann sollte man diese Methode einsetzen?
  • Als erste Orientierung, wenn sonst kaum Daten vorhanden sind.
  • Nicht empfohlen für eine gerichtsfeste Berechnung.
FAQ zur Methode